Schwäbische Rallye-Teams dominieren bei Coburger Doppel-Rallye-Sprint

(gpp) – Dass Schwaben nicht nur sprichwörtlich sparsam sind, sondern auch außergewöhnlich erfolgreich, zeigte sich am vergangenen Samstag beim Doppel-Rallye-Sprint des AMC Coburg im ADAC, bei dem Teams aus Baden-Württemberg der Veranstaltung deutlich ihre Stempel aufdrückten.

Nach einem Jahr Pause und der Neuorientierung lud der traditionsreiche Coburger Automobilclub zu einer Doppel-Veranstaltung in Sachen Rallye-Sprint. Dabei kamen die Verantwortlichen um Rallyeleiter Bernd Menzel (Bad Königshofen) ihren Teilnehmern mit einer äußerst kompakten Veranstaltung auch ökologisch und ökonomisch entgegen, denn bei den beiden Fahrten „Rund um die langen Berge“ war eine Wertungsprüfung mit 7,5 km Länge insgesamt viermal zu befahren und bei 30 WP-Kilometern waren lediglich 68 Gesamt-Kilometer während beider Veranstaltungen nötig. „Kompakter geht´s wohl nimmer!“, freuten sich die anderen Verantwortlichen des AMC Coburg im ADAC um den zweiten Vorsitzenden Hans-Joachim Autsch (Weidhausen), bei dem die logistischen Fäden rund um das Grattstadter Sportheims zusammen liefen.

Bei der Vormittags-Veranstaltung standen 27 Rallye-Teams aus Nordbayern, Baden-Württemberg und Südthüringen an der Startlinie, und es kam zu einem spannenden Schlagabtausch zwischen den für den UMC Ulm/MC Einsingen startenden Jochen Baumhauer (Illerkirchberg) und Susann Finger (Schneeberg), die bei der ersten Befahrung mit ihrem Audi TT RS 8J mit 4:53,6 min. die schnellste Zeit vorlegten. Im zweiten Durchgang konnten sich die beiden auf eine Zeit von 4:51,9 min. verbessern, doch das BMW E30-Mixed-Team Sven Kress und Carina Kohler (Kupferzell/Bühlerzell) vom MSC Untergröningen verbesserte sich von 4:55,0 min. im ersten Lauf auf 4:50,7 min. – blieb aber in der Addition beider Läufe um läppische zwei Hundertstel-Sekunden hinter den Siegern Baumhauer/Finger auf Platz zwei zurück. Dritte wurden der mehrfache Bayer. Rallyemeister Reinhard Honke (Himmelkron) mit Beifahrer Michael Heinze (Wonsees), die mit ihrem Mitsubishi Laner Evo 9 um knappe vier Sekunden hinter den beiden Baden-Württembergischen Teams zurück lagen. Knapp am Podium vorbei fuhren die Lokalmatadoren vom AC Ebern, Vater Hans und Sohn Max Limpert (beide Reckendorf), sie kamen mit ihrem BMW 320iS auf eine Gesamtfahrzeit von 9:57,4 min. Pech hatten Fritz Köhler und Petra Hägele (Öhringen) vom HMC Öhringen, die mit ihrem BMW 320i am Start des zweiten Durchganges einen Frühstart hinlegten und mit zehn Strafsekunden belegt wurden. Einen guten Einstand schafften die für den AC Bayreuth bzw. MSC Bayreuth startenden Werner Mühl/Sebastian Kröniger (Gefrees/Bayreuth), denn sie nutzen die Coburger Veranstaltungen zu einem ersten Fahrzeugtest mit einem komplett neuen BMW E 46 und waren in der mittäglichen Pause guter Dinge. „Das läßt sich alles sehr gut an, und im zweiten Umlauf waren wir sogar um acht Sekunden schneller!“, rapportierte Beifahrer Kröniger hocherfreut. Der vom MSC Coburg kommende Lokalmatador Andreas Fink (Coburg) kam mit seiner neuen Beifahrerin Nina Blumreich (Velden) und seinem BMW Mini Cooper S auf den vierten Platz in seiner Klasse. Die Gruppe der serienmäßigen Fahrzeuge ging an die Gesamtsieger Baumhauer/Finger, bei den seriennahen Fahrzeugen siegten Kress/Kohler und bei den historischen Fahrzeugen waren Vater und Sohn Bernd und Jan Michel (beide Schwarzenbach) vom MSC Naila vorn.

Von den 29 gestarteten Teams erreichten 26 das Ziel in Wertung, die anderen drei mußten ihre fahrbaren Untersätze wegen technischer Defekte vorzeitig abstellen und aufgeben. Während der Mittagspause bevölkerten dichte und dunkle Wolken den Himmel und mancher Fahrer dachte mit Schrecken daran, dass die guten Regenreifen zu Hause geblieben waren, doch Petrus zog seine Windeln fester und hielt dicht.

Zur Nachmittags-Veranstaltung waren es nur noch 22 Teams, die die Startflagge sahen und bis zum Ziel fielen noch einmal zwei aus der Wertung, so dass nur noch 20 Fahrzeuge in Wertung ankamen.

Und diesmal ließ sich das BMW E30 320iS-Team Kress/Köhler die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, denn mit zwei bis auf die Hundertstel-Sekunde gleichen Fahrzeiten von 4:49,1 min. verwiesen sie die Vormittagssieger Baumhauer/Finger mit einem Vorsprung von über sechs Sekunden eindeutig in die Schranken und auf Gesamtrang zwei. Die am Vormittag noch mit der zehn Sekunden Strafe für einen Frühstart bestraften Köhler/Hägele starteten jetzt in beide Prüfungen regelkonform – und wurden mit nur knapp mit sieben Zehnteln Rückstand auf Platz zwei diesmal noch „zufriedene“ Gesamtdritte. Mühl/Kröniger verwuchsen am Nachmittag noch besser mit ihrem neuen Fahrzeug, verbesserten ihre Zeiten von Durchgang zu Durchgang und wurden am Ende Gesamtvierte. Die Gruppe der serienmäßigen Fahrzeuge wurde erneut ´Beute` von Baumhauer/Finger, auf Platz zwei (und damit zu zwei Klassensiegen) fuhren – wie schon am Vormittag – die für den AMC Naila und den MSC Scheßlitz startenden Frank Hornfeck/Verena Nikol (Geroldsgrün/Ludwigsburg) vor Marcel Knopp/Domini Worbs (Winnenden/Velden) vom ADAC OC Winnenden bzw. MSC Gefrees, die auch am Vormittag Platz drei belegt hatten. Bei den seriennahen Fahrzeugen siegten erneut Kress/Kohler vor Köhler/Hägele und auf Platz drei liefen die für den AC Bayreuth bzw. MSC Bayreuth startenden Werner Mühl/Sebastian Kröniger ein. Bei den historischen Fahrzeugen siegte das Ulmer Ehepaar Siegfried und Petra Damm vom UMC Ulm/MC Einsingen. Nicht ins Ziel kamen unter anderen auch Andreas Fink und Nina Blumreich, die ihren Mini Cooper wegen eines Leistungsverlustes lieber abstellten, als einen möglichen Motorschaden zu fördern.

Bei der Siegerehrung im Festzelt am Grattstadter Sportheim bedankte sich der Vorsitzende des AMC Coburg im ADAC, Markus Wolf, bei allen Teilnehmern für das sportliche faire Verhalten, bei den Grattstadter Sportlern für die Zurverfügung-Stellung ihrer Immobilie und die gelungene, abendliche Verköstigung, bei allen Helfern vom eigenen Verein, allen anderen, fremden Helfern von BRK und Funkposten „sowie vor allem bei allen, die zur Genehmigung und Durchführung unseres ersten Doppel-Rallye-Sprints beigetragen haben und uns mit einem enormen Vertrauensvorschuß ausgestattet haben, den wir hoffentlich nicht enttäuschten!“ Die Siegerehrung ließ sich auch Bad Rodachs Bürgereister Tobias Ehrlicher nicht entgehen und überreichte zusammen mit Markus Wolf und der Moderation von Patrick Mohr den Siegern und Platzierten ihre verdienten Pokale.

Gerd Plietsch