Podiumsplatz bei METZ-Rallye-Classic und Klassensieg beim Slalom-Auftakt in Hof

(gpp) – Nach dem doch relativ kurzen Saison-Auftakt-´Geplänkel` bei der Labertal-Historic, begann für das Weidhausener Ehepaar Jochen Autsch und Inge Stamm-Autsch mit der inzwischen bereits 15.ten METZ-Rallye-Classic der wirkliche Ernst der diesjährigen Classic-Saison. Die zweitägige Veranstaltung, die an die früher zur Deutschen Rallyemeisterschaft zählenden Veranstaltung erinnert, stellt sehr hohe Anforderungen an ihre Teilnehmer, die sich aber durch nichts von einem Start abhalten lassen.

Sage und schreibe 113 (!) Teams aus fast dem gesamten Bundesgebiet waren nach Stein b. Nürnberg gekommen, um an eineinhalb Tagen Faber´s Bleistiftwald zu erobern. Die Verantwortlichen hatten für den Freitagnachmittag von 14 Uhr bis 19:42 Uhr sechs Wertungsprüfungen (WP) mit 77 Lichtschranken vorgesehen, und der Samstag, der um 8 Uhr begann und um 17:11 Uhr endete, beinhaltete auf zehn WP´s gar 104 (!) Lichtschranken, so dass das gleichmäßige Fahrgefühl an insgesamt 181 (!) Lichtschranken gefordert wurde.

„Da braucht´s eine eingespielte Top-Koordination zwischen Fahrer und Beifahrer“, so Inge Stamm-Autsch am Freitagmittag vor dem Start, „von den Fähigkeiten, zudem die mitunter eingebauten Orientierungsaufgaben zu lösen, gar nicht zu reden!“ Am Abend des ersten Tages fanden sich die beiden Weidhausener mit ihrem 1977´er Porsche 911 SC 3.0 dann mit einer Gesamtabweichung bei den 77 Zeitkontrollen von lediglich knapp über zehn Sekunden auf dem dritten Platz in ihrer Klasse wieder, waren Vierte in ihrer Gruppe und hatten sich unter den weit über 100 Teilnehmern immerhin noch Rang 16 gesichert. Dreimal waren die beiden an verschiedenen Zeitkontrollen dabei um lediglich eine Hundertstel-Sekunde zu früh oder zu spät und an einer durchfuhren sie den unsichtbaren Laserstrahl sogar auf die Hundertstel-Sekunde genau. „Da waren wir beim Abendessen und danach durchaus zufrieden und nahmen uns für den Samstag schon noch einiges vor!“

Das in langen gemeinsamen historischen Veranstaltungen eingespielte und erfahrene Classic-Rallye-Team des AMC Coburg im ADAC legte sich am zweiten Tag dann überaus engagiert und ernsthaft in´s Zeug und konnte sich gleich in der ersten WP des Tages neben zwei Abweichungen von erneut nur einer Hundertstel-Sekunde sogar einen weiteren NULL´er eintragen lassen – doch das Malheur geschah dann in der WP acht, in der neben erneut zwei Abweichungen von nur einer Hundertstel-Sekunde aber auch eine „unaufholbare“ Abweichung von über fünf Sekunden zu Buche schlug, „weil ich beim Übertragen der Zeiten ins Bordbuch einen Leichtsinnsfehler machte“ ärgerte sich die Copilotin, doch auch Jochen Autsch hatte Grund zum Hadern: „Weil ich gleich zwei Lichtschranken sehr ungenau angefahren bin!“

Autsch/Stamm-Autsch ließen sich aber dennoch nicht aus der Ruhe bringen, rissen sich nicht nur am Riemen sondern auch gewaltig am Hosenträgergurt, und absolvierten die folgenden WP´s mit Abweichungen von jeweils knapp eineinhalb Sekunden. Dabei fielen noch etliche Hundertstel-Abweichungen und sogar noch zwei NULL´er an, und das Weidhausener Ehepaar war am Ende „überfroh“, nach gut 500 Rallye-Kilometern den dritten Platz in der Sanduhrklasse gehalten zu haben und im Gesamtklassement der 94 in Wertung ins Ziel gekommenen Teilnehmer nur um eine Rang auf Platz 17 ´abgerutscht´ zu sein.

„Insgesamt gesehen, sind wir mit unserem Abschneiden bei einer der schwierigsten Classcic-Rallyes doch mehr als zufrieden!“ äußerten sich die beiden bei der Siegerehrung.

Drei Tage später sattelten die Coburger Pylonenartisten, Vater und Sohn, Arnfried und Stefan Bätz (beide Meeder), ihren giftgrünen Opel City Kadett und fuhren (allerdings mit altem Motor, „da der neue noch nicht fertig ist!“) nach Hof-Haidt, um im dortigen Automobil-Zulieferer-Zentrum die diesjährige, nord-ost-oberfränkische Slalom-Saison zu eröffnen.

Auf dem seit Jahren gewohnten Geläuf´ hatten die Verantwortlichen des Automobilclubs (AC) Hof einen schnellen Parcours angesteckt, der nach einem Trainingslauf zweimal auf Bestzeit zu befahren war und deren geringfügigste Addition die Sieger der jeweiligen Klassen- und Gruppenwertung sowie des Gesamtklassements ergeben sollten. Vater Arnfried gewann mit zwei hohen 39´er Zeiten und vor allem zwei fehlerfreien Fahrten souverän und klar die Klasse er verbesserten Fahrzeuge bis 1200 ccm Hubraum. Sohn Stefan erwischte „leider“ keinen so guten Tag, war in seinem ersten Lauf fast zwei Sekunden langsamer als sein Vater und riskierte in seinem weiten Lauf zuviel – Ergebnis: es fiel eine Pylone und mit den dafür ausgelobten Strafseklunden fiel in der Klasse bis auf Platz sieben zurück. „Es war heute nicht mein Tag, denn auch ohne die Strafsekunden für die Pylone wäre ich nicht einmal auf´s Siegertreppchen gekommen!“

Doch die Saison 2019 ist noch sehr, sehr lange, „und mit dem neuen Motor gibt´s auch wieder große und gute Chancen auf vordere Platzierungen!“

Gerd Plietsch