Gesamtrang zwei für Patrik Dinkel und Felix Kießling

(gpp) – Ob die an der inzwischen 17. „Osterrallye“ im niederbayerischen Tiefenbach teilnehmenden Rallye-Teams am Vortag des Osterfestes Zeit hatten, sich evtl,. nach versteckten Ostereiern umzusehen, ist nicht überliefert. Aber es kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass dem nicht so war. Zu eilig hatten es die insgesamt 109 Teams aus dem gesamten bayerischen Raum vom Start der sechs ausnahmslos auf Asphalt ausgefahrenen, schnellen Wertungsprüfungen (WP) zu den jeweiligen Ziel-Lichtschranken zu kommen. Und so lieferten sich die Teams nicht nur insgesamt einen spannenden Wettkampf untereinander, sondern auch und vor allem lieferten sich Teams aus dem gleichen Verein erbitterte Sekundenduelle.

Ein Beispiel darunter waren die Motorsportler des AMC Coburg im ADAC, die mit den Routiniers Ralf Hillmann und Hans-Peter Wollner (beide Ebensfeld) und Bernd Allstadt/Pascal Bächmann zwei komplette Rallye-Teams auf Mitsubishi Lancer Evo 6.5 und 8 nach Niederbayern geschickt hatten. Aber damit nicht genug, der motorsportliche Rallye-Nachwuchs des AMC Coburg im ADAC drängte ebenfalls mit Verve in den Wettbewerb, auch wenn sich Patrik Dinkel (Bruder des mehrfachen Deutschen Rallye-Vizemeister Dominik Dinkel) mit dem für den MSC Gefrees startenden Münchberger Felix Kießling einen ´Nicht-Coburger` in seinen Mitsubishi Lancer Evo 9 gesetzt hatte, genauso wie Orientierungsspezialist André Wittmann, der sich die für den MSC Wiesau startende Martina Mark in seinen Seat Ibiza Cupra geholt hatte. Der zweite Bruder des Coburger Dominik Dinkel, Marcel, greift dagegen nicht selbst ins Lenkrad sondern hat auf dem Beifahrersitz von Johannes Kastl vom MSC Fränk. Schweiz in dessen Peugeot 306 Platz genommen und übernimmt auf der rechten (richtigen) Seite im Rallye-Auto die gesamte Organisation für das Team.

So viel zur Vorrede, um 12 Uhr – sozusagen High-Noon in Niederbayern – fiel der Startschuß zur Hatz über die drei, jeweils zweimal zu befahrenden und überaus anspruchsvollen WP´s, davon 1 Rundkurs und 2 Sprintstrecken. Und gleich auf den ersten WP´s ´geigten` Patrik Dinkel und Felix Kießling mit ihrem 9´er Evo derart auf, dass der gesamten Konkurrenz die Luft wegblieb. Gleich in der ersten WP verpaßten die beiden die schnellste Zeit um lediglich 0,04 sec. und auf den nächsten beiden WP´s war der Rückstand auf den Gesamtschnellsten nie mehr als eine gute Sekunde. Nach der obligatorischen Pause, als es ein zweites Mal über die drei Prüfungen ging, zogen die beiden ihre Hosenträgergurte noch ein wenig enger und rückten diesem, dem Team Dörre/Herzog auf BMW M 3, immer dichter auf die Pelle, die Rückstände waren mit 0,03 sec. und 0,05 sec. im fast schon nicht mehr meßbaren Bereich („aber wir haben´s nicht wirklich zu einer WP-Bestzeit geschafft!“, ärgerten sich Patrik und Felix im Ziel), konnten aber ihre Genugtuung darüber, den vierfachen Deutschen Rallyemeister und vierfachen ´Tiefenbach-Gesamtsieger` Hermann Gassner (Ainring) bezwungen zu haben, doch nicht ganz verbergen. „Der zweite Gesamtrang ist der helle Wahnsinn!“ Vor allem deswegen, wie der Rückstand nach insgesamt 65 Wertungsprüfungs-Kilometern lediglich 2,9 Sekunden betrug.

Nicht so viel Glück hatten Ralf Hillmann und Hans-Peter Wollner, die ihren Mitsubishi Lancer Evo 6.5 in aussichtsreicher Top-Ten-Position in der letzten WP mit einem technischen Defekt vorzeitig abstellen mußten. Dies war aber auch der einzige Ausfall der Coburger Motorsportler, die bei herrlichstem Frühlings-Sommer-Wetter Höchstleistungen am Lenkrad und beim Vorlesen der Gebetbücher vollbrachten.

Bernd Allstadt und Pascal Bächmann brachten ihren Mitsubishi Evo mit „durchaus zufrieden stellenden Zeiten!“ in ihrer Klasse auf Platz 23 ins Ziel. Marcel Dinkel, der den heißen Sitz bei Johannes Kastl (immerhin einem Sohn eines früheren Nordbayerischen ADAC-Rallyemeisters; Anm. d. Verf.) drückte, kam mit diesem auf TopTen-Platz acht in ihrer Klasse, und André Wittmann, dessen motorsportliches Spezialgebiet die Orientierungsfahrten sind, kam mit Martina Mark, ebenfalls einer Orientierungsspezialistin, in seiner Klasse nach einer Rallye-Pause von fast einem halben Jahr auf Rang 13 in seiner Klasse.

Gerd Plietsch