Rossacher Patrik Dinkel gewinnt Teterow-Bergring-Rallye

(gpp) – Zum inzwischen siebten Mal konnten Rallye-Autos den legendären Teterow-Bergring befahren, die größte Natur-Grasbahn für den Motorradsport, angelegt Ende der zwanziger Jahre in der Mecklenburgischen Schweiz. Schon noch zu DDR-Zeiten wurden dort internationale Rennen ausgetragen, und seit 2012 fanden bzw. finden auch die Teilnehmer des immer beliebter werdenden Schotter-Cups vor den Toren Teterows eine zeitlich begrenzte Heimat.

Ausgefahren wurden und werden zwei verschiedene Rundkurse, die zum Abschluss und Höhepunkt zu einem einzigen, großen Rundkurs zusammengelegt werden. Am Ende sind das sechs Wertungsprüfungen (WP) mit 35 Kilometern Länge und einem Schotteranteil von „sensationellen!“ 98 %. Kein Wunder, dass Rallyesportler aus Skandinavien regelmäßig den Weg nach Teterow finden – in diesem Jahr aber auch wieder der für den AMC Coburg im ADAC startende Patrik Dinkel (Rossach), ein jüngerer Bruder des in der Deutschen Rallyemeisterschaft auf Titelkurs befindlichen Dominik Dinkel. Unter den 53 Gesamtstartern befand sich auch der 63-Jährige Finne Jaako Keskinnen, der sich von Anfang an mit dem 21-Jährigen Oberfranken um die Führung in der Rallye stritt.

Doch Patrik Dinkel zeigte mit seinem Mitsubishi Lancer EVO 9, dass die väterlichen Motorsport-Gene nicht nur an seinen älteren Bruder Dominik, sondern auch an ihn weitergegeben wurden. In der ersten WP, dem Original-Bergring, nahm er dem Finnen zwei Sekunden ab und verlor im kleinen Rundkurs um das Speedway-Stadion nur zwei Zehntel auf Keskinen. Im zweiten Durchgang schaltete Dinkel noch einmal einen Gang höher und holte sich mit wilden Sprüngen und High-Speed-Drifts beide Bestzeiten und ging mit einem Vorsprung von acht Sekunden in den letzten, zusammengelegten, langen Rundkurs. Auf der 9,3 km langen Bergring-Spezial-Prüfung knackte er schließlich noch en passant die 7 Minuten Schallmauer und unterbot Keskinens bis dahin geltenden Streckenrekord um zwei Sekunden. Patrik „Dinkiläinen“ feierte mit seinem Beifahrer Felix Kießling einen weiteren überlegenen Gesamtsieg – diesmal allerdings auf Schotter, womit er vier Wochen nach seinem Asphalt-Gesamtsieg im thüringischen Weida seine Schnelligkeit auch – und vielleicht sogar vor allem – auf losem Geläuf` nachdrücklich unter Beweis stellte.

Gerd Plietsch